Form | Merkmal | Beispiel |
|---|---|---|
Sonett | Reimgedicht in fester Bauform mit 14 Versen in vier Strophen: zwei vierversige (Quartette) und zwei dreiversige (Terzette) | Andreas Gryphius: Tränen des Vaterlandes |
Ballade | Gedicht, das eine Geschichte enthält; verknüpft Gestaltungsmittel der Lyrik, des Dramas und des Erzählens | Annette von Droste-Hülshoff: Der Knabe im Moor |
Lied | Einfaches singbares Gedicht; in der Regel gereimt mit strophischer Gliederung | Johann Wolfgang Goethe: Maifest |
Ode | Zeichnet sich durch Feierlichkeit und Erhabenheit aus; ursprünglich in feststehender Strophenform | Johann Wolfgang Goethe: Prometheus |
Hymne | Feierlicher Preis- und Lobgesang, Ausdruck hoher Begeisterung, keine formale Regelmäßigkeit (freie Rhythmen ohne Reim und festen Strophenbau); verwandt mit der Ode | Johann Wolfgang Goethe: Grenzen der Menschheit |
Elegie | Ein oft in Distichen verfasstes Gedicht, das nach heutigem Verständnis meist traurige, klagende Themen zum Inhalt hat. | Friedrich Schiller: Nänie |
Erzählgedicht | Erzählendes Gedicht, das nicht die Geschlossenheit der Ballade besitzt. In der modernen Dichtung wird besonders auf Alltägliches verwiesen und ohne das Element des Dramatischen erzählt. | Bertolt Brecht: Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration |
Andreas Gryphius (1616–1664) war ein deutschsprachiger Dichter des Barock. Gryphius war studierter Jurist und arbeitete bis zu seinem Tod als Syndikus der Landstände in seiner Heimat Glogau (Schlesien). Von Gryphius sind zahlreiche Sonette, z. B. die Lissaer Sonette (1637), und Theaterstücke, z. B. Catharina von Georgien (1657) oder Horribilicribrifax Teutsch (1663), überliefert. Prägend für sein Werk ist das Thema der Vergänglichkeit bzw. Eitelkeit (vanitas).
Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) war eine deutsche Dichterin des Biedermeier. Ihr Leben verbrachte sie überwiegend zurückgezogen im Kreis der Familie. Droste-Hülshoff ist vor allem durch ihre Balladen (z. B. Der Knabe im Moor, 1842) und ihre Novelle Die Judenbuche (1842) bekannt. Ihr Werk zeichnet sich durch detaillierte Naturschilderungen sowie eine Nähe zum Volkstümlichen aus und ist geprägt von einem tiefen Bedürfnis nach Verwurzelung und der Bewahrung des Bestehenden.
Johann Wolfgang Goethe (1749–1832) war ein deutscher Dichter des Sturm und Drang sowie der Klassik. Sein Briefroman Die Leiden des jungen Werthers (1774) machte Goethe schlagartig erfolgreich. Goethes Frühwerk ist geprägt von einem starken Gefühlsausdruck (z. B. Sesenheimer Lieder, 1770/71) und einer Begeisterung für selbstbewusstes Schöpfertum (z. B. Prometheus, 1774). Seine Italienreise 1786, die ihm eine intensive Auseinandersetzung mit der Antike ermöglichte, gilt als Geburtsstunde der Klassik. Die Antike fungierte als Projektionsraum für Goethes Menschen-, Weltbild und Kunstauffassung (z. B. Iphigenie auf Tauris, 1787). Zeit seines Lebens bearbeitete er den Faust-Stoff, der als zweiteilige Tragödie 1808 und 1832 (posthum) erschien.
Zeichnet sich durch Feierlichkeit und Erhabenheit aus; ursprünglich in feststehender Strophenform. Beispiel: Johann Wolfgang Goethe: Prometheus.
Friedrich Schiller (1759–1805) war ein deutscher Dichter, Philosoph und Theoretiker des Sturm und Drang sowie der Klassik. Sein Drama Die Räuber (1781) bescherte ihm nicht nur literarisches Ansehen, sondern auch den Verlust herzoglichen Schutzes. Über mehrere Stationen gelangte Schiller nach Weimar, wo er neben Goethe zur zentralen Figur der Weimarer Klassik wurde. Neben seinen Dramen (z. B. Maria Stuart, 1800, oder Wilhelm Tell, 1804) verfasste Schiller zahlreiche Gedichte (z. B. Das Lied von der Glocke, 1799) sowie philosophische und literaturtheoretische Schriften.
Gedicht, das eine Geschichte enthält; verknüpft Gestaltungsmittel der Lyrik, des Dramas und des Erzählens. Beispiel: Annette von Droste-Hülshoff: Der Knabe im Moor.
Bertolt Brecht (1898–1956) war ein deutscher Schriftsteller und Theoretiker. In seinem Erstlingsdrama Baal (1920) finden sich Einflüsse des Expressionismus, sein Gesamtwerk lässt sich jedoch nicht eindeutig einer einzelnen Strömung zuordnen. Brecht stand dem Kommunismus nahe und ging 1933 ins Exil, aus dem er schließlich in die junge DDR zurückkehrte. Als Dramatiker prägte er den Begriff des epischen Theaters, in dem sich eine Darstellung gesellschaftlicher (Miss-)Verhältnisse mit einem aufklärerischen Anspruch verbindet (z. B. Mutter Courage und ihre Kinder, 1938/39). Brechts Lyrik ist von großer inhaltlicher und formaler Breite gekennzeichnet.
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Deutsch kompetent eWissen Oberstufe
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Verleger:
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Maximilian Schulyok (Vorsitz), Dr. Michael Schlienz, Dr. Sibylle Tochtermann
Autor(en):
Unter Verwendung von Materialien von: Bernhard Bogner, Friederike Braun, Anika Davidson, Joachim Dreessen, Werner Frizen, Christian Frobenius, Thomas Gutwald, Dominik Koch, Almuth Meissner, Maximilian Nutz, Conrad Pietschmann, Sandra Rollmann, Stefan Schäfer, Elisabeth Schuchart, Carolin Sollfrank, Annika Wiedemann, Wolfgang Wittor
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Startscreen:
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