Deutsch kompetent eWissen Oberstufe
Demoversion

Einstellungsgröße

Die Kameraeinstellung bestimmt, wie viel der Zuschauer von den Figuren, Gegenständen und der Umgebung sehen kann. Sie lenkt damit die Wahrnehmungsweise der Figuren, ihres Verhaltens und der Vorgänge.

Man unterscheidet verschiedene Einstellungsgrößen:

Illustration einer Frau, die auf der Bühne mit Mikrofon vor einer großen Menschenmenge auftritt.
Totale
Oser, Liliane, Hamburg
Illustration einer Frau, die auf der Bühne mit Mikrofon vor einer großen Menschenmenge auftritt.
Halbtotale
Oser, Liliane, Hamburg
Illustration einer Frau, die ein Mikrofon hält und die rechte Hand nach oben streckt. Im Hintergrund spielen Menschen Musik.
Halbnah
Oser, Liliane, Hamburg
Illustration einer Frau, die ein Mikrofon hält und die rechte Hand nach oben streckt.
Nah
Oser, Liliane, Hamburg
Illustration einer Nahaufnahme des Gesichts einer Frau, die ein Mikrofon hält.
Großaufnahme
Oser, Liliane, Hamburg
Illustration eines beschnittenen und vergrößerten Gesichts einer Person.
Detail
Oser, Liliane, Hamburg

Kameraperspektive

Illustration einer Filmspule.
Voets, Inge, Berlin

Mise en Scène

Der Begriff bezeichnet den Bildaufbau/die Bildkomposition. Was der Zuschauer über die Bilder eines Filmes wahrnimmt, ist bewusst „in Szene gesetzt“ (Übersetzung aus dem Französischen). Dabei werden die Figuren und Gegenstände im Bild so angeordnet, dass ein räumlicher Eindruck entsteht und eine bestimmte Atmosphäre erzeugt wird. Folgende Fragen helfen bei der Analyse:

  • Wie werden die Personen und Gegenstände beleuchtet?

  • Welche Farben enthält das Bild?

  • Wie sieht der Bildhintergrund aus?

  • Welche Stimmung wird erzeugt?

Kamerabewegung

Die Beweglichkeit der Kamera eröffnet unterschiedliche Möglichkeiten der objektiven bzw. subjektiven Bildführung.

  • statische Kamera: lässt den Zuschauer Handlungen und Protagonisten in Ruhe objektiv betrachten

  • Schwenk bzw. Neigung: tastet sich an eine Person oder einen Gegenstand heran bzw. verfolgt eine Handlung vor der Kamera

  • Zoom: holt eine Person näher heran oder schafft Distanz und macht dadurch die Kamera zu einem subjektiven Erzähler. Noch deutlicher erreicht das die Handkamera, die Unmittelbarkeit und subjektives Erleben nachvollziehbar macht.

Montage

Montage ist das Zusammensetzen von Einzelbildern zu einer Bildfolge. Für die Wirkung beim Zuschauer ist entscheidend, wie lange ein einzelnes Bild gezeigt wird (Einstellungslänge) und wie die Bilder hintereinandergesetzt werden. Neben vielen anderen Montageformen gibt es:

  • die erzählende Montage: Eine Handlung wird fortgesetzt, ohne dass sie von anderen Handlungen unterbrochen wird.

  • die Parallelmontage: Gegeneinanderschneiden verschiedener Handlungsstränge, die am Ende wieder zusammengeführt werden (z. B. Bilder von einer Person in Gefahr wechseln mit Bildern des herannahenden Retters).

  • Schuss-Gegenschuss-Verfahren: wird oft verwendet, um einen Dialog zwischen zwei Personen zu zeigen: abwechselnd werden die jeweiligen Gesprächspartner gezeigt.

Perspektivierung: Point of View

Welche Wirkungen ein Film beim Zuschauer erzielt, hängt auch von den Entscheidungen des Regisseurs ab, ob die Bilder des Films objektiv oder eher subjektiv wahrgenommen werden sollen. Man nennt dies Perspektivierung oder auch Point of View.

  • objektive Perspektive: Der Zuschauer betrachtet das Geschehen von außen und hat dadurch eine Distanz zum Inhalt und zu den Figuren.

  • subjektive Perspektive: Die Kamera nähert sich der Handlung und den Figuren, sodass der Zuschauer intensiver empfindet. Die Kamera kann auch einen Standpunkt einnehmen, die dem Zuschauer einen Blick durch die Augen einer Figur ermöglicht – der Blick der Kamera deckt sich mit dem der Figur.