Sprachliche Mittel bzw. rhetorische Figuren kommen nicht nur in der Lyrik, sondern in allen weiteren Gattungen ebenfalls zur Verwendung.
Man unterscheidet zwischen:
sprachliches Bild | Erklärung und Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
Allegorie | Verbildlichung eines abstrakten Begriffs oder Vorgangs, häufig in Form von Personifikationen. Die Beziehung zwischen dem Dargestellten und Gemeinten muss gedanklich rekonstruiert werden oder beruht auf Konventionen. | Sensenmann (Tod) |
Chiffre | ursprünglich Geheimzeichen, das entschlüsselt werden muss; in der romantischen und modernen Dichtung verkürztes, verrätseltes sprachliches Zeichen, das nicht in konkrete Aussagen auflösbar ist | Die blaue Blume als Sehnsuchtschiffre der Romantik |
Metapher | bildhafte Übertragung, die im Kontext neue Bedeutungen schafft | ein Herz aus Stein haben (ohne Mitleid sein), Rabeneltern (schlechte Eltern) |
Metonymie | ersetzt das eigentlich gemeinte Wort durch ein anderes, das zu ihm in enger Beziehung steht | Stahl statt Dolch |
Personifikation | Gegenstände, Naturvorgänge … werden als handelnde Personen dargestellt. | Die Sonne lacht. |
Symbol | sinnlich wahrnehmbares Zeichen, das auf geistige Sinnzusammenhänge oder Ideen verweist, die durch eine Kultur oder die Tradition festgelegt sind; beim Dingsymbol wird ein Gegenstand, der sinnbildliche Bedeutung besitzt, fortlaufend in dieser festen Bedeutung wiederholt. | Kreuz (für das Christentum), Ring (für die Ehe), Rose (für die Liebe), Fahne (für ein Land o. Ä.) |
Synekdoche | Ersetzen eines Begriffs durch einen engeren oder weiteren Begriff | pro Kopf statt pro Mensch |
Vergleich | Zwei Bereiche werden durch einen Vergleichspunkt in Beziehung gesetzt; sprachliche Hinweise: wie, als ob. | groß wie ein Haus, stark wie ein Bär |
Wortfigur | Erklärung und Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
Akkumulation | Häufung, Reihung von Begriffen ähnlicher Bereiche anstelle eines Oberbegriffs zur Steigerung des Gesamteindrucks | Alle Männer, Frauen, Kinder und Greise |
Antonyme | Wörter, mit denen Gegensätze ausgedrückt werden können; Kontraste schaffen einen intensiveren Eindruck einer Stimmung oder einer gedanklichen Konstruktion. | hell – dunkel |
Euphemismus | beschönigender Ausdruck, der Unangenehmes verharmlost | personale Verschlankung |
Hyperbel | starke Übertreibung | ein Meer von Tränen |
Klimax –Antiklimax | Wortfolgen als Abstufung (Treppe); steigend: Klimax, fallend: Antiklimax; Intensivierung, steigert die Wirkung | Er rief, er schrie, er kreischte |
Litotes | Untertreibung | nicht übel, nicht ohne Talent |
Neologismus | Wortneubildung | Sommerwetterabendwind |
Pleonasmus | Bedeutungswiederholung innerhalb einer Wortgruppe | weißer Schimmel |
Synästhesie | Verbindung unterschiedlicher Sinneseindrücke | Das heiße Feuer blendet knisternd |
Tautologie | überflüssige Wiederholung gleichbedeutender Wörter | ABS-System (= Antiblockiersystem-System) |
Gedankenfigur | Erklärung und Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
Antithese | Entgegensetzung; kontrastierende Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe | Heute bist du jung und zart, / morgen alt und runzlig. |
Oxymoron | einander widersprechende Begriffe werden überraschend pointiert und miteinander verbunden. | ein stummer Schrei |
rhetorische Frage | Frage, die auf keine Antwort zielt bzw. die Antwort schon enthält | Muss das wirklich sein? |
Satzfigur | Erklärung und Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
Chiasmus | Kreuzstellung von Wörtern oder Satzgliedern (Entsprechung von 1 und 4 sowie 2 und 3); kann zu neuen, überraschenden Verbindungen führen | Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn. |
Ellipse | unvollständiger Satz, Auslassung notwendiger Wörter oder Satzglieder, zumeist der Prädikate; Eindruck der Mündlichkeit oder Spontaneität, auch verstärkend | Alles ein Nebel, im Schatten kein Licht |
Inversion | von der üblichen Verwendung abweichende Wortfolge; in der Lyrik zumeist aus rhythmischen Gründen, macht aufmerksam, lenkt Interesse | Den Tag vergessen kann ich nicht. |
Paradoxon | scheinbar widersinnige Aussage | Diese Aussage ist falsch. |
Parallelismus | Nebeneinanderstellung; Wiederholung von Wortfolgen oder Satzbauformen in aufeinanderfolgenden Sätzen | Wie du mir, so ich dir. |
Parenthese | Zwischenschaltung, Einschub eines Satzes oder Gedankens in einen anderen Satz | Es gibt, das stimmt, auch solche Leute. |
Klangfigur | Erklärung und Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
Alliteration | Stabreim, gleiche Anlaute in wiederkehrender Folge: häufig in Werbeslogans und Kinderversen | Droben dräut düstrer Dunst |
Anapher | Wiederholung von Wörtern oder Wortgruppen am Beginn aufeinanderfolgender Sätze; kann gefühlsverstärkend, aufmerksamkeitssteigernd wirken | Und wieder ist ein neuer Tag, / Und wieder ist nichts, wie es war. |
Onomatopoetik | Lautmalerei, schallnachahmende Wörter | Kuckuck, quietschen |
Gegenstände, Naturvorgänge … werden als handelnde Personen dargestellt. Beispiel: Die Sonne lacht.
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Titel:
Deutsch kompetent eWissen Oberstufe
Versionsnummer:
1.3.0
Produktnummer:
ECC50233EWA12
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Verleger:
Dr. h. c. Michael Klett
Geschäftsführung:
Maximilian Schulyok (Vorsitz), Dr. Michael Schlienz, Dr. Sibylle Tochtermann
Autor(en):
Unter Verwendung von Materialien von: Bernhard Bogner, Friederike Braun, Anika Davidson, Joachim Dreessen, Werner Frizen, Christian Frobenius, Thomas Gutwald, Dominik Koch, Almuth Meissner, Maximilian Nutz, Conrad Pietschmann, Sandra Rollmann, Stefan Schäfer, Elisabeth Schuchart, Carolin Sollfrank, Annika Wiedemann, Wolfgang Wittor
Entstanden in Zusammenarbeit mit dem Projektteam des Verlages.
Startscreen:
Sandra Then, Bonn
Interface Design:
know idea GmbH, Freiburg
Software-Entwicklung:
adesso SE, Dortmund
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