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Gesetze des Stromkreises

Reihen- und Parallelschaltung

Manfred Grote, Lüchow
Mauritius Images, Mittenwald (Thomas Schultze)

Wasserkocher und Lampe haben die gleiche Nennspannung. Warum springt beim Zuschalten eines zweiten Wasserkochers die Sicherung heraus? Und wie funktioniert eigentlich die Spannungsumschaltung an einem Reiseföhn?

Reihenschaltung

In einer Reihenschaltung befinden sich mehrere Geräte in einem Stromkreis. Ist eines der Geräte defekt, wird der Stromkreis unterbrochen. Jedes Gerät stellt einen Teil der Leitung für andere Geräte in der Reihenschaltung dar. Ein Stromstärkemessgerät, in Reihe zum Gerät geschaltet, zeigt so die Stärke des Stroms im Gerät an. In einer Reihenschaltung ist die Stromstärke überall im Stromkreis gleich groß: Iges=I1=I2

Mit Spannungsmessgeräten misst man die Spannung der Quelle Uges und die Teilspannungen U1 und U2 an den Geräten.

Spannung bei der Reihenschaltung
Marzell, Alfred, Schwäbisch Gmünd

Eine Vergrößerung der Spannung am Netzgerät vergrößert auch die Teilspannungen an Lampe und Motor. Die Lampe leuchtet heller und der Motor dreht sich schneller. Bei jeder Einstellung am Netzgerät gilt: Die Summe der Spannungen an den Geräten ergibt die Spannung an der Quelle: Uges=U1+U2

Parallelschaltung

In einer Parallelschaltung gibt es für jedes elektrische Gerät einen eigenen Stromkreis.

Stromstärke bei der Parallelschaltung
Marzell, Alfred, Schwäbisch Gmünd

Geräte können unabhängig voneinander ein- und ausgeschaltet werden und besitzen die gleiche Nennspannung. An den Anschlüssen der Quelle und der Geräte bestehen gleiche Werte: Uges=U1=U2

Leuchten die beiden Lampen im Modellstromkreis unterschiedlich hell, so sind die Stromstärken I1 und I2 in den Verzweigungen verschieden. Eine Messung zeigt: Die Summe der Stromstärken in den Verzweigungen ergibt die Stromstärke in der gemeinsam genutzten Leitung: Iges=I1+I2

Verzweigungen im Stromkreis: Iges=I1+I2
Marzell, Alfred, Schwäbisch Gmünd

Häufig benötigt man mehr elektrische Geräte, als Steckdosen im Raum vorhanden sind. Mehrfachsteckdosen stellen weitere parallel geschaltete Anschlüsse zur Verfügung. Bevor man ein weiteres Gerät über eine Mehrfachsteckdose anschließt, ist zu prüfen, ob die Gesamtstromstärke Iges nicht zu groß wird.

Bei Parallelschaltungen gilt: Die Spannung ist in jedem Teilstromkreis gleich groß. Die Gesamtstromstärke ist so groß wie die Summe der Teilstromstärken. Das heißt:

Uges=U1=U2 und Iges=I1+I2

Bei Reihenschaltungen gilt: Die Stromstärke ist überall gleich der Gesamtstromstärke. Die Gesamtspannung ist so groß wie die Summe der Teilspannungen. Das heißt:

Iges=I1=I2 und Uges=U1+U2

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Stromstärke bei Reihenschaltungen

Wähle links oben anstelle von "einfache Stromkreise" die Einstellung "Stromkreise - Messungen".

Baue eine Reihenschaltung aus Netzgerät und zwei Lampen auf. Stelle die Spannung des Netzgerätes auf 10V.

  1. Füge das Multimeter zwischen Netzgerät und erster Lampe in den Stromkreis. Wähle für die Multimeter-Messung die Einstellung A (Ampere) und lies den Messwert ab.

  2. Baue das Multimeter zwischen den beiden Lampen in den Stromkreis und lies erneut den Messwert ab.

  3. Baue das Multimeter zwischen der zweiten Lampe und dem Netzgerät ein und lies den Messwert ab.

  4. Vergleiche die Messwerte.

  5. Wiederhole die gesamte Messung für andere Werte der Spannung am Netzgerät.

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Spannung bei Reihenschaltungen

Wähle links oben anstelle von "einfache Stromkreise" die Einstellung "Stromkreise - Messungen".

Baue eine Reihenschaltung aus Netzgerät und zwei Lampen auf. Stelle die Spannung des Netzgerätes auf 10V.

  1. Schalte das Multimeter zunächst parallel zur ersten Lampe. Wähle für die Multimeter-Messung die Einstellung V (Volt). Lies den Messwert ab.

  2. Schalte das Multimeter parallel zur zweiten Lampe und lies wieder den Messwert ab.

  3. Schalte das Multimeter parallel zu beiden Lampen und lies den Messwert ab.

  4. Vergleiche die Messwerte.

  5. Wiederhole die gesamte Messung für andere Spannungswerte am Netzgerät.

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Stromstärke bei Parallelschaltungen

Wähle links oben anstelle von "einfache Stromkreise" die Einstellung "Stromkreise - Messungen".

Baue eine Parllelschaltung aus Netzgerät und zwei Lampen auf. Stelle die Spannung des Netzgerätes auf 10V.

  1. Füge das Multimeter in den gemeinsamen Teil Stromkreises ein. Wähle für die Multimeter-Messung die Einstellung A (Ampere) und lies den Messwert ab.

  2. Baue das Multimeter in den Teilstromkreis der ersten Lampe und lies erneut den Messwert ab.

  3. Baue das Multimeter in den Teilstromkreis der zweiten Lampe und lies den Messwert ab.

  4. Vergleiche die Messwerte.

  5. Wiederhole die gesamte Messung für andere Werte der Spannung am Netzgerät.

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Spannung bei Parallelschaltungen

Wähle links oben anstelle von "einfache Stromkreise" die Einstellung "Stromkreise - Messungen".

Baue eine Parllelschaltung aus Netzgerät und zwei Lampen auf. Stelle die Spannung des Netzgerätes auf 10V.

  1. Schalte das Multimeter zunächst parallel zur ersten Lampe. Wähle für die Multimeter-Messung die Einstellung V (Volt). Lies den Messwert ab.

  2. Schalte das Multimeter parallel zur zweiten Lampe und lies wieder den Messwert ab.

  3. Schalte das Multimeter parallel zum Netzgerät und lies den Messwert ab.

  4. Vergleiche die Messwerte.

  5. Wiederhole die gesamte Messung für andere Spannungswerte am Netzgerät.

Knoten- und Maschenregel

In einem verzweigten Wasserleitungssystem kommt am Ende genauso viel Wasser heraus, wie am Anfang hineingeleitet wurde. Es kann nicht einfach Wasser verschwinden oder dazukommen. Für elektrische Stromkreise gilt dasselbe: Die Zahl der Elektronen muss erhalten bleiben.

Eine Verzweigung im Stromkreis nennt man Knoten. Im Schaltplan markiert man ihn mit einem dicken schwarzen Punkt. Ein Elektron, das über eine Leitung in einen Knoten hineinkommt, muss über eine andere Leitung wieder hinausgelangen (Knotenregel).

Man nennt dies auch die 1. Kirchhoff'sche Regel. Sie gilt für jeden Knoten eines Schaltplans, auch wenn dieser sehr kompliziert ist.

Die Elektronen im Stromkreis transportieren elektrische Energie. Genauso, wie sich die Gesamtzahl der Elektronen nicht ändert, kann auch die Energie nicht verloren gehen oder erzeugt werden. Jeder geschlossene Weg in einem Stromkreis wird als Masche bezeichnet.

Die elektrische Spannung ist proportional zur Energie, die pro Elektron transportiert wird. Die Energie, die die Elektronen an alle Bauteile einer Masche zusammen abgeben, ist genauso groß wie die Energie, die sie in der Quelle bekommen. Weil die Gesamtenergie konstant ist, ist auch die Summe der elektrischen Spannungen an den einzelnen Bauteilen konstant. Man verfolgt also eine Masche in einer bestimmten Richtung (die man sich aussuchen kann) und addiert alle Spannungen. Diese Summe ist dann so groß wie die Spannung der Quelle (Maschenregel).

Die Maschenregel nennt man auch 2. Kirchhoff‘sche Regel. Sie gilt für alle Maschen.

Beispiel:

Knoten- und Maschenregel für die Parallelschaltung: Iges=I1+I2 und Uges=U1=U2
Marzell, Alfred, Schwäbisch Gmünd

In der Parallelschaltung aus zwei gleichen Lampen teilt sich die Gesamtstromstärke Iges in zwei gleiche Teilstromstärken auf. Die Teilstromstärken sind jeweils halb so groß wie Iges, sie haben also den Wert I1=I2=12·Iges. Der Stromkreis hat zwei Maschen mit je einer Lampe. Die Spannung an einer Lampe ist also genauso groß wie die Spannung Uges der Quelle. Nach dem Ohm‘schen Gesetz gilt für jede der beiden Maschen: Uges=Rˑ12·Iges=12·RˑIges. Der Gesamtwiderstand der Parallelschaltung ist also UgesIges=12·R

Knotenregel: In jedem Verzweigungspunkt eines Stromkreises ist die Summe der hinfließenden Ströme gleich der Summe der abfließenden Ströme, es gilt:I1,hin+I2,hin+=I1,ab+I2,ab+

Maschenregel: Die Summe aller Teilspannungen entlang einer Masche ist gleich der Spannung der Quelle, es gilt: Uges=U1+U2+

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Widerstand von Haushaltsgeräten

Bestimme den Widerstand von Geräten, die nacheinander an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen werden.

Manfred Grote, Lüchow
Wasserkocher in Betrieb
Manfred Grote, Lüchow
Wasserkocher und Lampe in Betrieb
Manfred Grote, Lüchow

Die Mehrfachsteckdose wird mit dem elektrischen Netz verbunden. Die Spannung der Quelle und die Stromstärke im gemeinsam benutzten Teil der Leitung werden gemessen. Man liest beim Wasserkocher 227V und 7,93A ab. Sein Widerstand RWK ist:

RWK=UIWK=227V7,93A=28,6Ω

Die Stromstärke in der Zuleitung steigt auf Iges=8,35A, wenn die Lampe eingeschaltet wird. Folglich sinkt der Widerstand der gesamten Parallelschaltung auf:

Rges=UIges=227V8,35A=27,2Ω

Aus

Iges=IWK+IL

errechnet man durch Umstellung die Stromstärke in der Lampe:

IL=Iges-IWK=8,35A-7,93A=0,42A

Mit den Daten kann man den Widerstand RL der Lampe im Betrieb berechnen:

RL=UIL=227V0,42A=540Ω

+ Widerstand und Leitwert bei Reihen- und Parallelschaltung

In einer Reihenschaltung wird der Gesamtwiderstand erhöht, denn die Elektronen müssen nacheinander zwei Widerstände überwinden. Die Widerstände addieren sich: Rges=R1+R2.

Die Reihenschaltung ist eine Widerstandsschaltung. Hier ist die Gleichung für den Gesamtleitwert komplizierter: 1Gges=1G1+1G2.

In einer Parallelschaltung wird die Leitfähigkeit erhöht, denn nach einer Verzweigung stehen dem elektrischen Strom zwei Wege offen. Die Leitwerte der Verzweigung addieren sich zum gesamten Leitwert: Gges=G1+G2

Die Parallelschaltung ist eine Leitwertschaltung. Hier ist die Gleichung für den Gesamtwiderstand komplizierter: 1Rges=1R1+1R2

Beispiel: Ein Reiseföhn funktioniert sowohl mit den bei uns üblichen 230V als auch mit z.B. den in den USA üblichen 110V. Dazu besitzt der Föhn zwei Heizspiralen, die bei 230V Spannung in Reihe und bei 110V Spannung parallel geschaltet werden. Der Widerstand der Heizspiralen sei jeweils R=20Ω.

Reihenschaltung: Rges=20Ω+20Ω=40Ω

Parallelschaltung: 1Rges=120Ω+120Ω=110ΩRges=10Ω

+ Elektrischer Widerstand bei Erwärmung

Der wesentliche Bestandteil einer Glühlampe ist ein spiralförmiger dünner Draht, den man Glühwendel nennt. Ein einfacher Stromkreis mit einer Glühlampe ist also eine Reihenschaltung aus den dicken Zuleitungsdrähten und der dünnen Glühwendel. Da in einer Reihenschaltung die Stromstärke überall gleich groß ist, kommen an jeder Stelle der dünnen Glühwendel pro Zeit genauso viele Elektronen vorbei wie in den dickeren Zuleitungen. Die Elektronen sind daher in dem dünnen Draht viel enger zusammen gedrängt und reiben an den Teilchen des Metalldrahts. Durch die Reibung wird die Glühwendel so stark erhitzt, dass sie zu leuchten beginnt.

Im Modell für die Stromleitung bewegen sich die Elektronen zwischen den ortsfesten Atomrümpfen hindurch vom Minus- zum Pluspol. Die Atomrümpfe können an ihren Plätzen lediglich hin- und herschwingen. Bei Erwärmung wird die Schwingungsbewegung der Atomrümpfe stärker. Dadurch wird das Durchkommen der Elektronen mit steigender Temperatur immer mehr erschwert. Das bedeutet, dass der elektrische Widerstand bei Erwärmung steigt.

Die zunehmende Zitterbewegung der Atomrümpfe bei Erwärmung behindert die Bewegung der Elektronen.
Marzell, Alfred, Schwäbisch Gmünd