Deutsch kompetent eWissen Oberstufe
Demoversion

Epoche

  • Die Romantik ist eine Reaktion auf den Rationalismus der Aufklärung und die Umwälzungen durch die Französische Revolution.

  • Die Romantik wirft der Aufklärung eine Überbetonung der Vernunft und der Klassik eine Vorherrschaft formaler Strenge und Ordnung vor und knüpft selbst an individualistische Strömungen des Pietismus und des Sturm und Drang an.

  • Die geistigen Eliten fühlen sich frei von Konventionen, pflegen den Kult der Freundschaft und Liebe, diskutieren alternative Lebensformen zur bürgerlichen Familie (z. B. Caroline Schelling oder Sophie Mereau).

  • Literarische Salons – vor allem von Frauen wie Rahel Varnhagen von Ense gepflegt – fördern die Geselligkeit zur Ausbildung von Humanität und ästhetischer Bildung. Die Rolle der Frau als Vermittlerin und Produzentin von Literatur gewinnt an Bedeutung.

  • Es werden poetische Wahrnehmungen der Welt propagiert, die dem Gefühl zugänglich sind und das begriffliche Denken der Vernunft ablehnen.

  • Das Emotionale, Mystische, Fantastische, Paradoxe, das rational nicht Fassbare, das Polemische und Satirische sowie später das Nationale werden betont. Es herrscht ein freier Geist mit radikalem Sinn für individuell Eigenartiges und Einzigartiges.

  • Dabei werden die Romantisierung der Wirklichkeit, die Weltverzauberung, das Erzeugen von Stimmungen, das Spiel mit dem Wort, die Erfahrung des Grenzenlosen als spannungsreich erlebt.

    Caspar David Friedrich: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, Gemälde von 1819/20
    Mauritius Images, Mittenwald (MET/BOT/Alamy/Alamy Stock Photos/The Metropolitan Museum of Art) [Caspar David Friedrich: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes, ca. 1825–1830]
  • Es vollzieht sich eine Stärkung der Wertschätzung des kulturellen Erbes (Literatur des Mittelalters) und des „Volksgeistes“ in Volksliedern, Sagen, Märchen und Volksbüchern. Das Mittelalter wird idealisiert als Einheit von Individuum und Gemeinschaft, Religion und politischer Ordnung.

  • Die Spätromantik behandelt durch Autoren wie E. T. A. Hoffmann auch die Nachtseiten der menschlichen Psyche (Schauerromantik). Das Thema ist vor allem der Einbruch des Fantastischen, aber auch des Bösen und Erschreckenden in eine scheinbar normale Welt.

  • Die Romantik hat trotz ihres betonten Antirationalismus in der Kunst einen großen Anteil an der Entwicklung der Wissenschaften: Die Sprachwissenschaften, die Romanistik und Germanistik entstehen, die Rechtsphilosophie und Staatslehre bekommen neue Impulse, ebenso die Medizin und die Naturwissenschaften.

Im Panorama: Zeugnisse der Romantik