Historische Ereignisse | Werke | |
|---|---|---|
Französische Revolution | 1789–1794 | |
1798–1800 | Athenäum (Friedrich Schlegel) | |
1800 | Hymnen an die Nacht (Novalis) | |
1802 | Heinrich von Ofterdingen (Novalis) | |
1804 | Gedichte und Phantasien (Karoline von Günderrode) | |
Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation | 1806 | |
1806–1808 | Des Knaben Wunderhorn (Achim von Arnim, Clemens Brentano) | |
1812–1815 | Kinder- und Hausmärchen (Brüder Grimm) | |
Befreiungskriege (Kampf gegen die Herrschaft Napoleons I.) | 1813–1815 | |
1814 | Peter Schlemihls wundersame Geschichte (Adelbert von Chamisso) | |
Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress, Gründung des Deutschen Bundes | 1815 | Die Elixiere des Teufels (E. T. A. Hoffmann) |
Wartburgfest der deutschen Burschenschaften, Verkündung nationaler und liberaler Forderungen | 1817 | |
Karlsbader Beschlüsse der Bundesversammlung: Verschärfung der Zensur gegenüber revolutionären Umtrieben | 1819 | Das Marmorbild (Joseph von Eichendorff) |
1820–1822 | Kater Murr (E. T. A. Hoffmann) | |
1826 | Aus dem Leben eines Taugenichts (Joseph von Eichendorff) | |
Julirevolution in Frankreich, Sturz Karls X., Nachwirkungen der Revolution in großen Teilen Europas | 1830 | |
Versammlung in der Pfalz zum Hambacher Fest, Forderung nach Volkssouveränität und Einheit Deutschlands | 1832 | |
Gründung des Deutschen Zollvereins | 1834 | |
1837 | Gedichte (Joseph von Eichendorff) |
Friedrich Schlegel (1772–1829) war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller der Romantik. War er anfangs eine Leitfigur der antibürgerlichen Jenaer Frühromantik und scharfer Kritiker der Kunstauffassung der Klassik, setzte er sich 1808 nach Österreich ab, wurde katholisch und vertrat seither stärker konservative Positionen. Mit seinen Lyceums- (1797) und Athenäums-Fragmenten (1798–1800) prägte Schlegel die Konzepte der progressiven Universalpoesie und der romantischen Ironie. Als sein einflussreichstes literarisches Werk gilt der Roman Lucinde (1799), in dem experimentelle Form auf skandalträchtigen Inhalt trifft.
Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis (1772–1801), war ein deutscher Philosoph und Dichter der Romantik. Sein theoretisches und literarisches Werk war wegweisend für die Frühromantik; seine Hymnen an die Nacht (1800) etwa werden heute als beispielhaft für romantische Dichtung überhaupt angesehen. Im posthum erschienenen Romanfragment Heinrich von Ofterdingen (1802) entwirft Novalis ein Leben, das unteilbar mit Poesie verbunden ist. Aus diesem Werk stammt auch das romantische Symbol der blauen Blume.
Karoline (auch: Caroline) von Günderrode (1780–1806) war eine deutsche Dichterin der Romantik. In ihrer Lyrik ergießt sich eine gefühlselige, pathetische Sprache in strenge Formen (z. B. Liebe, 1804); Themen sind häufig Liebe, aber auch Tod (z. B. Überall Liebe, 1806) und die Sehnsucht nach Freiheit. Damit geriet sie in Konflikt mit den Vorstellungen der Zeit, denen zufolge sich Dichtung von Frauen vorgegebenen „seichten“ Themen zu widmen hatte. Ihr bewegtes Leben lieferte den Stoff für zahlreiche Romane, Dramen und biografische Abhandlungen.
Achim von Arnim (1781–1831) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Sein eigenes literarisches Werk – Epik, Dramatik und Lyrik – fand zeit seines Lebens wenig Beachtung unter Zeitgenossen. Die gemeinsam mit Clemens Brentano herausgegebene Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn (1805–1808) hingegen begründet Arnims Einfluss auf die Literatur des 19. Jahrhunderts.
Clemens Brentano (1778–1842) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Gemeinsam mit Achim von Arnim gab er die Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn (1805–1808) heraus. Heute ist vor allem seine frühe Dichtung (z. B. Abendständchen oder Der Spinnerin Nachtlied, 1802) bekannt. Offiziell schwor Brentano 1817 der Dichtung ab, betätigte sich jedoch weiterhin schriftstellerisch und gab die um eigene Passagen erweiterten Visionen der Nonne Anna Katharina Emmerick heraus.
Die Brüder Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859) waren zwei deutsche Germanisten und Volkskundler. Von ihnen stammen die Sammlungen der Kinder- und Hausmärchen (erstmals 1812–1815) sowie der Deutschen Sagen (1816–1818). Sie waren zudem als Sprachwissenschaftler tätig und lieferten wichtige Erkenntnisse über die Geschichte der deutschen Sprache.
Adelbert von Chamisso (1781–1838) war ein deutschsprachiger Botaniker und Dichter, der bisweilen der Romantik zugeordnet wird. Der gebürtige Franzose floh als Kind mit seiner Familie nach Deutschland. Mit E. T. A. Hoffmann verband ihn nicht nur eine Freundschaft, sondern auch eine Vorliebe für fantastische und unheimliche Stoffe. Seine Erzählung Peter Schlemihls wundersame Geschichte (1814) handelt beispielsweise von einem Mann, der dem Teufel seinen Schatten verkauft.
Ernst Theodor Amadeus (eigtl. Wilhelm) Hoffmann (1776–1822) war ein deutscher Komponist und Schriftsteller der Romantik. Durch Texte wie Der Sandmann aus der Sammlung Nachtstücke (1816/17) oder den Roman Die Elixiere des Teufels (1815/16) ist Hoffmann heute als Vertreter der sog. Schauer- oder schwarzen Romantik bekannt. In seinen Erzählungen verschwimmt regelmäßig die Grenze zwischen Realität und dem Fantastischen, als Figuren treten psychisch labile Menschen und Doppelgänger auf, an denen diese Unschärfe manifest wird. Hoffmanns Prosatexte gelten als wegweisend für die heutige Kriminal- und Horrorliteratur.
Joseph von Eichendorff (1788–1857) war ein deutscher Dichter der Romantik. In seinem Roman Aus dem Leben eines Taugenichts (1826) stellt er auf oft humorvolle Weise der bürgerlichen Gesellschaft den romantischen, künstlerischen Menschen gegenüber. Eichendorffs Lyrik zeichnet sich durch anschauliche Bildlichkeit und Synästhesie aus (z. B. Frische Fahrt, 1815) und spiegelt häufig eine melancholische Sehnsucht nach Vergangenem oder Verlorenem (z. B. Lockung, 1834).
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Autor(en):
Unter Verwendung von Materialien von: Bernhard Bogner, Friederike Braun, Anika Davidson, Joachim Dreessen, Werner Frizen, Christian Frobenius, Thomas Gutwald, Dominik Koch, Almuth Meissner, Maximilian Nutz, Conrad Pietschmann, Sandra Rollmann, Stefan Schäfer, Elisabeth Schuchart, Carolin Sollfrank, Annika Wiedemann, Wolfgang Wittor
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